Mehrweg und Wiederverwendung

Mehrwegflaschen aus Glas können vielfach wiederbefüllt werden, häufig mehr als 50 Mal. Mehrwegflaschen aus PET können je nach Flaschentyp und Einsatzbereich bis zu 25 Mal wiederverwendet werden.

Durch die mehrfache Nutzung derselben Flasche werden weniger neue Verpackungen benötigt. Bei der Betrachtung der Umweltauswirkungen von Getränkeverpackungen spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, darunter die Rohstoffgewinnung, die Herstellung der Verpackungen, Transportwege, Reinigungsvorgänge sowie die Wiederverwendung oder Verwertung der Verpackungen. Insbesondere bei regionalen Mehrwegsystemen können kurze Transportwege ein relevanter Faktor sein.

Einweg und Recycling

Bei Getränken mit weiten Vertriebswegen können die Transportentfernungen einen Einfluss auf die Umweltbilanz der jeweiligen Verpackungssysteme haben. Gleichzeitig werden PET-Einwegflaschen in Deutschland über das Pfandsystem erfasst und dem Recycling zugeführt.

Die hohe Rücklaufquote von bepfandeten PET-Flaschen ermöglicht eine weitgehende stoffliche Verwertung des Materials. Dadurch können die enthaltenen Rohstoffe erneut für die Herstellung von Produkten oder Verpackungen genutzt werden.

Das GDB-Poolflaschenkonzept

Die Poolflaschen der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB), die auch wir beim Rhenser Mineralbrunnen verwenden, sind Teil eines bundesweiten Mehrwegsystems. Das Konzept ermöglicht es zahlreichen Mineralbrunnen in Deutschland, dieselben standardisierten Flaschen zu nutzen und wiederzubefüllen.

Dadurch können zurückgegebene Flaschen nach ihrer Sammlung und Aufbereitung von verschiedenen teilnehmenden Brunnen erneut eingesetzt werden. Das System ist darauf ausgelegt, die Wiederverwendung der Flaschen zu ermöglichen und vorhandene Mehrwegstrukturen effizient zu nutzen.

Brunneneigene Flaschen und Kisten werden dagegen in der Regel ausschließlich vom jeweiligen Hersteller zurückgenommen und erneut eingesetzt. Die damit verbundenen Transport- und Logistikstrukturen können sich von denen eines Poolsystems unterscheiden.

Vier Rhenser Mehrwegflaschen aus Glas und PET, mit rosa, grünen und blauen Verschlüssen, mit Texten zu Wiederbefüllung, bis zu 25- bzw. 50-mal, Logo 'Für die Umwelt Mehrweg'.

Ein individuelles Flaschendesign kann mit eigenen Rücknahme- und Logistikprozessen verbunden sein, während Poolflaschen auf eine gemeinsame Nutzung innerhalb des Mehrwegsystems ausgelegt sind.

Mehrweg, Getränkevielfalt und regionale Wertschöpfung

Viele regionale und nationale Getränkehersteller vertreiben ihre Produkte in Mehrwegflaschen. Das Mehrwegsystem wird von zahlreichen Unternehmen der Getränkeindustrie genutzt und trägt dazu bei, dass unterschiedliche Getränkeangebote in den Regionen verfügbar sind.

Mehrweg basiert auf dem Zusammenwirken von Getränkeherstellern, Getränkefachgroßhandel, Logistikunternehmen und Einzelhandel. An diesen Prozessen sind zahlreiche Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette beteiligt – von der Abfüllung über Transport und Reinigung bis hin zum Vertrieb.

Das Mehrwegzeichen kennzeichnet Verpackungen, die für die mehrfache Wiederverwendung vorgesehen sind. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich daran orientieren, wenn sie sich für Getränke in Mehrwegverpackungen entscheiden möchten. 

Mehrere blaue Kisten Rhenser Mineralwasser Naturelle mit rosa Verschluss aufeinander gestapelt.
Mehrere Flaschen Rhenser Mineralwasser Medium mit grünem Verschluss auf einem Fließband.
Mehrere blaue Kisten Rhenser Mineralwasser Medium mit grünem Verschluss auf einem Fließband.
Leere Glasflaschen ohne Verschluss werden in der Spülmaschine der Produktion gereinigt.

Mehrweg hat Geschichte

Das Prinzip des Mehrwegsystems funktionierte schon bei den Römern. Sie transportierten beispielweise Mineralwasser und Wein in Tongefäßen. Statt das Gefäß zu zerstören, wenn es leer war, befüllten sie es immer und immer wieder neu. Natürlich ist das heutige Mehrwegsystem ausgereifter. Am Prinzip hat sich aber nichts geändert.

Der Mehrweg-Kreislauf

Der Mehrwegkreislauf beginnt bei Ihnen: Sie trinken eine Mehrwegflasche aus und bringen sie zurück zum Händler oder zum Getränkefachmarkt. Hier bekommen Sie das Pfand ausgezahlt. Die leeren Flaschen und Kästen werden vom Getränkefachgroßhandel abgeholt. Dieser ist das Bindeglied zwischen Herstellern und Einzelhandel.

Er beliefert die Märkte mit Getränken und bringt das Leergut zurück zu den Abfüllbetrieben. Mit seiner Vorratshaltung stellt er außerdem sicher, dass auch in den heißesten Sommern genug Nachschub in die Läden kommt. Bei den Herstellern werden die Flaschen kontrolliert, gereinigt und erneut befüllt. Über den Getränkefachgroßhandel und den Einzelhandel gelangen die Flaschen mit frischen Getränken zu Ihnen zurück und der Kreislauf schließt sich.

Der Mehrweg-Kreislauf kommt ins Stocken, wenn…

…die Verbraucher die Flaschen nicht rechtzeitig zurückgeben. Der Mehrwegpool lebt davon, dass die Flaschen im Umlauf sind und nicht an einer Stelle gehortet werden. So ist es extrem wichtig, dass keine größeren Mengen Leergut zuhause behalten werden, sondern dass die Kisten zeitnah nach ihrem Verbrauch zum Händler zurückgegeben und so dem Mehrwegkreislauf wieder zugeführt werden.

Das gilt ganz besonders in den Sommermonaten, wo die Nachfrage nach Erfrischungsgetränken in Mehrweggebinden temperaturbedingt steigt. Durch rechtzeitige Rückgabe von Leergut kann jeder einen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Mehrweg-Kreislaufes leisten.

Das Mehrwegsystem steuert sich selbst

Wie schon bei den Römern, kommt das Mehrwegsystem auch heute noch weitgehend ohne übergeordnete Kontroll- und Steuerungsinstanzen aus. Das heißt, das Mehrwegsystem steuert sich im Prinzip selbst. Schließlich haben alle Beteiligten ein Interesse an einem funktionierenden Kreislauf. Die Hersteller sind auf neues Leergut angewiesen, damit die Abfüllung nicht ins Stocken gerät. Die Händler freuen sich über die Kunden, die zur Leergutrückgabe in den Laden kommen und neue Getränke kaufen. Und die Getränkefachgroßhändler leben vom kontinuierlichen Warenumschlag mit dem Mehrwegsystem.

Zwei braune Rhenser-Tonflaschen, eine klein mit Bügelverschluss, eine groß mit Prägung und Schraubverschluss.

Bei den gemeinsam genutzten, bundesweit funktionierenden Mehrwegpools sorgen Verbände und Genossenschaften der verschiedenen Getränkegattungen dafür, dass Verwendungsbestimmungen eingehalten werden. Zum Beispiel werden hier Qualitätskriterien vereinbart, sodass ausreichend neue Flaschen in den Kreislauf gegeben und alte aussortiert werden.

So werden pro Jahr über 5,5 Milliarden Liter Mineralwasser von den deutschen Mineralbrunnen in Mehrwegflaschen abgefüllt.

Mehrweg-Kreislauf – so funktioniert’s!

Los geht´s beim Mineralbrunnen, genauer gesagt bei der Quelle. Hier wird das Mineralwasser abgefüllt und danach über den Handel zum Verbraucher gebracht.

Ist das Wasser leer getrunken, gelangen die Flaschen als Leergut wieder zurück zu den Mineralbrunnenbetrieben. Hier werden sie sortiert, überprüft, gereinigt und desinfiziert. Mehrere Kameras kontrollieren im Anschluss jedes einzelne Gebinde auf mögliche Mängel, damit es wieder problemlos befüllt werden kann.

Nachdem die Mehrwegflaschen ein letztes Mal wieder befüllt wurden, laufen sie, genau wie die Kästen, vollständig ins Recycling.

Grafik zum Kreislauf von Mehrweg-Flaschen. Von Produktion zu Supermarkt, zu Pfandautomat und wieder zurück in die Produktion zum Spülen der Flaschen.